Zum
35.Todestag von Prälat Josef Nischbach
Am Montag, den 20. Juni
2005 haben wir zwischen den Proben des 35.Todestages von Prälat Josef
Nischbach gedacht, der am 20.Juni 1970 in Freiburg verstorben ist.
Am 17.Närz 1889 als neuntes
Kind einer Kleinhäuslerfamilie in Neubeschenowa geboren, nach seinem Weg
durch die Schulen und abgeschlossenem Theologiestudium am Priesterseminar in
Temeschburg am 29.JUni 1913 zum Priester geweiht, wurde er der Banater schwä
bischen Öffentlichkeit bereits als Kaplan von Hatzfeld bekannt.
Von 1923 bis 1941 war er
Direktor der Lehrerbildungsanstalt und war einer der Initiatoren beim Bau
der Banatia in Temeschburg, dem größten deutschsprachigen Schulzentrum
Südosteuropas. 1941 wurde er zum Domherrn ernannt.
Als treusorgender Sohn
wohnte Josef Nischbach in der Banatia, wie auch im Domherrnhaus mit seinem
Vater zusammen, bis zu dessen Tod. Trotz seiner großen Verdienste wurde er
1941 von den National sozialsten, die ohne kirchlichen Segen leben wollten,
entlassen. Weder Nischbachs Volksverbundenheit noch seine Verdienste um
Volk, Schule und Kirche verhinderten seine Verfehmung.
Ein neues Tätigkeitsfeld
tat sich für Nischbach in der Nachkriegs zeit auf. Durch die Verschleppung
der arbeitsfähigen Frauen in die Sowjetunion blieben viele Kinder unversorgt
und unbetreut zurück. Wo keine Großeltern vorhanden waren, bei den Nachbarn.
Nischbach wurde vom Bischof Augustin Pacha beauftragt zusammen mit der
Liobaschwester Dr. Hildegardis Wulff ein Kinderhilfswerk einzurichten.
Später das Heimkehrerhilfswerk, um die Russland-Heimkehrer mit Lebensmittel
und Kleider zu versorgen.
Besonders hart betroffen
wurde Nischbach von dem unerbittlichen Kirchenkampf der kommunistischen
Regierung. In den gegen die röm.-kath. und griechisch-katholischen Bischöfe
geführten Schauprozessen kam auch Nischbach an die Reihe. Der Register der
ihm vorgehaltenen Anklagen umfasste: Spionage, Hochverrat, Verbindung zu
westlichen Staaten, Gewähren lassen nationalsozialistischer und
faschistischer Tätigkeit in den Banatia-Lehranstalt und in den
Jugendorganisationen der Diözese Temeschburg. Die Strafe lautete:
20 Jahre Zuchthaus,
Vermögensverlust der bürgerlichen Rechte, u. a. m.
Auf seinem Weg durch die
Gefängnisse von Jilava, Ajud, Ocnele Mari und Pitesti half Nischbach trotz
aller Entbehrungen und Demütigungen vielen Mitgefangenen, Priestern,
einstigen Ministern, hohen Offizieren, Universitätsprofessoren u. a. m.
durch Betrachten und Vorträge über die schwersten Belastungen hinweg.
Seine Gefängniszeit nahm
für ihn ein unerwartetes Ende. Am 31.Mai 1959 wurde ihm mitgeteilt, dass ihm
die rumänische Regierung die Freiheit schenke. Zusammen mit ihm erhielten
dieses Geschenk Dr. Franz Kräuter, die Priorin Dr. Hildegardis Wulff und Sr.
Patricia Zimmermann. Sie wurden für zwei rumänische Spione ausgetauscht.
Nischbach fand eine Bleibe im Gästehaus des
Klosters St. Lioba in Freiburg, von wo aus er sich schon nach kurzer Zeit
wieder Hilfsaktionen für die Menschen in der alten Heimat und der
landsmannschaftlichen Arbeit annahm.
Er verstarb nach
57—jährigem Priesterleben und sein Tod ließ alle die ihn als Lehrer,
Priester und Menschen im besten Sinne des Wortes kennen gelernt haben, auch
jene, die ihm die dunklen Stunden seines Lebens bereitet haben, verspüren,
dass er aus der jüngeren Geschichte des Banater Schwabentums nicht
wegzudenken ist. Das Banater Seniorenzentrum Josef Nischbach trägt dazu bei.
Im Freiburger Friedhof wurde er beerdigt.
Zu seinem 30. Todestag, am
20. Juni 2000 ließ ihn der Banater Bischof Martin Ross exhumieren und in der
Gruft der Temeschburger Domkirche beisetzen.
Dieser Ehrenplatz gebührt
ihm für seine großen Verdienste.
Sein Grabstein steht heute
im Klosterfriedhof St. Lioba in Freiburg Günterstal.